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SUMMARY:"Что делать?" – Lenin zwischen Hopp und Pop
DESCRIPTION:Da aktuell durch Corona der Besuch in der Galerie nur eingeschr
 änkt möglich ist\, haben wir die Ausstellung online zugänglich gemacht.
 \n\n„Ich kann an keinem Lenin vorbeigehen\, ohne ein Foto zu machen.“ 
 Das schreibt der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk in seinem Roman 
 „Der Osten“. Und so geht es heute – mit einigem historischen Abstand
  – vielen\, die zwischen Krieg und Fall der Mauer in den Ländern des Os
 tblocks geboren wurden. Damals\, als der Sozialismus noch real existierte\
 , war die Figur Lenins allgegenwärtig. Er war einfach da\, wie es schien:
  schon „immer“. Es fiel leicht ihn zu ignorieren. Doch\, so fragt sich
  Stasiuk: „Habe ich den Schatten nicht bemerkt\, in dem wir lebten?“\n
 \nDer Verein Kultur Aktiv nimmt den bevorstehenden 150sten Geburtstag Leni
 ns zum Anlass für eine Ausstellung\, in der sehr unterschiedliche Ansätz
 e für den Umgang mit den erhaltenen Leninstatuen gezeigt werden. Der Kano
 n der gezeigten Foto-Arbeiten reicht dabei vom klassischen Lenin-Museum in
  seiner Geburtsstadt Uljanowsk\, über Parks für Sowjetskulpturen in Russ
 land\, der Ukraine\, Ungarn und Litauen\, bis hin zu einer Serie über den
  „Leninopad“\, dem Sturz der Lenin-Denkmäler in der Ukraine. Außerde
 m werden verschiedene Positionen zur Geschichte des Dresdner Lenin-Denkmal
 s erstmals zusammen gezeigt. Doch wozu brauchen wir heute eine Ausstellung
  zu Lenin?\n\nAls Anführer der Oktoberrevolution und Gründer der Sowjetu
 nion zählt Lenin zu den prägendsten politischen Persönlichkeiten des 20
 . Jahrhunderts. Da Stalin nach seinem Tod die alleinige Schuld am sowjetis
 chen Repressionssystem\, an den politischen Säuberungen\, an den Gulag’
 s\, an den Abermillionen Toten zugewiesen wurde\, konnte Lenin zur „Ikon
 e“ des kommunistischen Weltsystems erhoben werden. Überall in der Sowje
 tunion und in den Ländern des Ostblocks entstanden tausende Standbilder d
 es kommunistischen Revolutionsführers.\n\nhttps://www.youtube.com/watch?v
 =WLtZ99jztEM\n\nMit dem Zusammenbruch des Sozialismus vor nunmehr 30 Jahre
 n verschwanden die Leninstatuen in fast allen Staaten des ehemaligen Ostbl
 ocks aus dem öffentlichen Raum. Mit dem Zerfall der Sowjetunion setzte si
 ch dieser Prozess mit der „Dekommunisierung“ in den Republiken\, die w
 ieder ihre Unabhängig erlangten\, fort. Nur in Russland\, Belarus und Tra
 nsnistrien blieben die Lenin-Denkmale weitestgehend erhalten.\n\nMit gleic
 her Vehemenz und Geschichtsvergessenheit\, wie Lenin einst glorifiziert wu
 rde\, versuchte man nun\, sich seiner Erinnerung zu entledigen. Seine Denk
 male wurden vom Sockel gehoben oder gestürzt. Dann sollten sie schnell ve
 rschwinden\, wurden zerschlagen\, vergraben oder verkauft. Doch lassen sic
 h Geschichte und Erinnerung zerschlagen\, vergraben oder verkaufen?\n\nZwi
 schen „Hopp“ – dem Verdrängen oder Vergessen der Geschichte – und
  „Pop“ – der erneuten Glorifizierung der Figur Lenins – bietet der
  historische Abstand heute diverse Möglichkeiten\, sich unter neuen Gesic
 htspunkten mit seinem Wirken auseinanderzusetzen. "Что делать?" 
 – „Was tun?“ Auch der Umgang mit seinen Denkmälern kann mit dem in 
 den letzten Jahrzehnten hinzugewonnenen geschichtlichen Wissen neu bewerte
 t werden.\n\nMit den Fotos von Niels Ackermann (CH)\, Aleksandr Sinelnikov
  (UA)\, Elena Pagel (RU/D)\, Matthias Rietschel (D)\, Matthias Schumann (D
 )\, Lothar Sprenger (D) und Jan Oelker (D)\, der die Ausstellung kuratiert
  hat\, sowie den Dokumentationen von zwei Projekten\, die der Münchner Bi
 ldhauer und Medienkünstler Rudolf Herz (D) mit dem Lenin-Denkmal vom Wien
 er Platz in Dresden initiierte\, liefert diese Ausstellung ein visuelles P
 lädoyer für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der historischen 
 Figur Lenins – weder „Hopp“ noch „Pop“.
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