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SUMMARY:Jan Oelker - Der getauschte Horizont
DESCRIPTION:Pferde\, Jurten und ein unendlich weiter Horizont prägen das B
 ild von der Mongolei\, nicht nur als Klischee ausländischer Touristen. De
 r Lebensstil der nomadisierenden Hirten ist fest im Selbstverständnis der
  Mongolen verankert. Und das obwohl die moderne mongolische Gesellschaft P
 ferde als alltägliches Transportmittel längst durch Autos und Motoräder
  ersetzt hat\, die meisten Mongolen statt in Jurten heute in Häusern aus 
 Stein leben und der Horizont in den Siedlungen meist verbaut oder – beso
 nders in Ulaanbaatar − durch Smog verschleiert ist.\n\nDie Viehzucht war
  bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts der bestimmende Wirtschaftszweig in
  der Mongolei. Die Kollektivierung in der sozialistischen Periode und die 
 Privatisierungen in der Zeit nach der Wende führten dazu\, dass gegenwär
 tig rund zwei Drittel der Bevölkerung in Städten und stadtähnlichen Sie
 dlungen wohnen. Allein in der Hauptstadt Ulaanbaatar lebt fast die Hälfte
  der 3\,3 Millionen Staatsbürger. Wer teilhaben will am modernen Leben\, 
 wer etwas erreichen will in dem dünnbesiedelten Land\, versucht sein Glü
 ck in der Hauptstadt.\n\nMit dem Wechsel der politischen Systeme änderte 
 sich auch die Arbeitswelt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind heute de
 r Dienstleistungssektor und der Bergbau und das forciert die Notwendigkeit
  für den Aufbau einer modernen Infrastruktur. In den Siedlungen und Städ
 ten wird viel gebaut\, die Jurten weichen Ziegelbauten. Der Warenverkehr e
 rfolgt zum überwiegenden Teil mit LKW noch auf einem Netz aus „wilden
 “ Pisten. Seit 2013 läuft ein Regierungsprogramm zum Ausbau von Asphalt
 straßen\, das die ländlichen Gebiete näher an die Hauptstadt anbinden s
 oll.\n\nDas Gleiche gilt auch für die digitale Infrastruktur. Längst ste
 hen vor jeder Jurte eine Solarzelle und eine Sattelitenschüssel. Das Mobi
 lfunknetz ist zumindest in der Nähe von Siedlungen gut ausgebaut und in d
 en Gebietszentren ist öffentliches W-LAN-Netz verfügbar. Und es gibt in 
 der Mongolei mittlerweile nicht nur mehr Pferde\, sondern auch mehr Handyv
 erträge als Einwohner. Mit dem Zugang zu Mobilfunk und Internet rücken s
 elbst die Jurten fernab der Siedlungen näher an die Hauptstadt und die We
 lt. Ihren Bewohnern bringt das einen weiteren Horizont.\n\nFür das Projek
 t Vertovism - WorldWideWork hat Jan Oelker exemplarisch Fotoserien von dre
 i Arbeitsbereichen ausgewählt\, die den Bogen von der traditionellen Arbe
 itswelt der Hirten in die moderne Arbeitswelten der Siedlungen in den Bere
 ichen Bau und Verkehr spannen.\n\nJan Oelker fotografiert seit Mitte der 1
 980er-Jahre in den Ländern der früheren Sowjetunion und des ehemaligen O
 stblocks. Den Fokus seiner Fotografie setzt er auf die Beziehung von Mensc
 h und Umwelt und den Wandel des Alltags durch die Transformationsprozesse 
 in den Gesellschaften. Im Jahr 2013 reiste er zusammen mit Freunden mit ei
 nem Robur in die Mongolei. In den weit verstreuten Siedlungen erlebten sie
  die Gastfreundschaft der Hirten und bekamen Einblicke in den Lebensalltag
  der Menschen in den ländlichen Regionen\, der sich so sehr von dem in de
 r Hauptstadt Ulaanbaatar unterscheidet.\n\n\n\nDie Ausstellung ist der ers
 te Teil des von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen\, der Stadt Dre
 sden und in Kooperation mit Morphonic Lab 2019 geförderten Projektes VERT
 OVISm-WORLDWIDEWORKnoise.\n\n\n\nGefördert durch die Kulturstiftung des F
 reistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln a
 uf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächischen Landtags beschlossen
 en Haushalts.
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