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SUMMARY:Renée Renard – Ein Weg wie hundert Leben
DESCRIPTION:Ein Weg wie hundert Leben \n\n„Ein Weg wie hundert Leben“ i
 st die Geschichte meiner französisch-deutschen Familie aus Lothringen und
  dem Schwarzwald des XVIII. Jahrhunderts. Der Entschluss\, unsere Familien
 geschichte zu erforschen\, gab mir schließlich den Mut\, die kleine alte 
 Holzschachtel zu öffnen\, in der meine Großmutter die wenigen übrig geb
 liebenen Photos\, Dokumente und Briefe aufbewahrte. Dabei überwältigte m
 ich die späte Erkenntnis dessen\, was wirklich „Trennung“\, „Heimwe
 h“\, „Entwurzelung“ bedeutet – die Deportation der Großeltern nac
 h Russland\, der Urgroßeltern in den Bărăgan\, des Vaters an den Donau-
 Kanal – das gespaltene Dasein\, das die GESCHICHTE ihrem Leben aufgezwun
 gen hatte. Auch erkannte ich ebenso tiefgründig\, dass man „nach Hause
 “ zurückkehren kann\, auch wenn da kein Haus mehr steht\; dass die Kraf
 t des Glaubens und das Überleben des Geistes einen retten\, auch wenn die
  Geschichte einem dazu scheinbar keine Chance lässt. Über meinen Großva
 ter Renard Ioan Nicolae wusste ich fast gar nichts. Ich hatte nur ein Foto
  und ein Gerichtsurteil \, dass seinen Tod am 24.01.1946 im Arbeitslager N
 r.1651 in Ufalo/Russland erklärte.\nEines Morgens\, als ich an meinem Pro
 jekt arbeitete\, dachte ich wieder an ihn. Dass er\, obwohl französischer
  Abstammung\, wahrscheinlich durch einen Fehler auf die Liste der 68.000 P
 ersonen deutscher Herkunft\, die im Januar 1945 nach Russland deportiert w
 urden\, kam. Und dass er wahrscheinlich den Tod von lauter Hunger\, Kälte
  und Erschöpfung fand. Plötzlich\, mitten in meinen Gedanken\, schlug ei
 n Vogel mit voller Kraft gegen das Fenster. Das hatte ich noch nie erlebt\
 , und ich frage mich ob es wirklich wahr sei\, dass Vögel die Boten des H
 immels wären. Am selben Abend erhielt ich völlig unerwartet und unverhof
 ft Informationen über meinen Großvater: Fotos aus seiner Kindheit\, Erin
 nerungen aus einer längst vergangenen Zeit… und die Nachricht\, dass er
  damals im Lager aus lauter Verzweiflung Selbstmord begangen hatte.\n\n&nb
 sp\;\nRenée Renard\nStudium: Veterinärmedizinische Fakultät (1992)\; Po
 stgraduiertenstudium an\nder Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (200
 3)\; Lizenziat in Multimedia-\nDesign (2008) und Magister in Werbungs- und
  Buchgrafik (2010) an der\nFakultät für Kunst und Design Timișoara/ Rum
 änien.\nDas künstlerische Schaffen von Renée Renard wird von zwei Haupt
 themen gekennzeichnet:\ndie Konvergenz zwischen Kunst und Wissenschaft und
  die Gedächtnisforschung und -interpretation. Das Projekt „Bilder zu Te
 odora Enaches Musik“\, eine fotografische Verarbeitung eines sensorielle
 n Phänomens (Synästhesie) wurde in den Cărturești-Gallerien Timișoara
  (2008) und Cluj-Napoca (2009) sowie als Szenografie für Theodora Enaches
  Jazzkonzert im Kunstmuseum Cluj-Napoca (2009) vorgestellt. Das Projekt 
 „Wasserflügel“ (Unterwasserphotographie und -video) wurde in der Gale
 rie Helios Timișoara (2010) und am Sitz der World Bank Bukarest (2011) au
 sgestellt. Ab dem Jahr 2010 widmet Renard sich der Analyse und Interpretat
 ion der persönlichen Erinnerungen und der Familiengeschichte im breiteren
  Kontext der Geschichte des Banats. Das Projekt „Ein Weg wie hundert Leb
 en“ (Dokumente und Fotos aus dem Familienarchiv\,\nPhotographie\, digita
 le Verarbeitung\, Video\, Installation) wurde in der Helios-Galerie in Tim
 ișoara (2013)\, beim Sarajevo -Friedensfestival / BIH (2014)\, im Stefan-
 Jäger-Museum in Jimbolia (2015)\, Friedrich-Teutsch-Haus in Sibiu (2015)\
 ,  Kunstmuseum Arad (2016) und Kunstmuseum Satu Mare (2017) ausgestellt. 
 Im Rahmen dieser Ausstellungen gab es Workshops mit Schülern über ihre F
 amiliengeschichte (über 500 Teilnehmer). Renée Renard nahm in den letzte
 n acht Jahren an über 60 lokalen\, nationalen und internationalen Gruppen
 ausstellungen teil (Frankreich\, Deutschland\, Belgien\, Portugal\, Griech
 enland\, USA\, Israel\, China\, Ungarn\, Serbien\, Litauen). Sie erhielt i
 m Jahr 2013 den Murano-Preis für Design (fusioniertes Glas) von der Scuol
 a del Vetro Abate Zanetti in Murano/Italien und im Jahr 2016 den Preis der
  Gemeinde Portet sur Garonne/Frankreich bei der Triennale Européenne de l
 ‘Estampe Contemporaine. Renée Renard ist Mitglied des Verbandes der bil
 denden Künstler aus Timișoara\, Abteilung Multimedia und Vizepräsidenti
 n des Vereins Diplomatic Art.
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