
© Janina Kracht (2025)
Im Rahmen des Bilderwand-Projekts haben Kinder und Jugendliche einer Wohneinrichtung für Geflüchtete in Dresden gemeinsam ein großes Wandbild für ihren Aufenthaltsraum gestaltet. Über drei Wochenenden hinweg entstand aus vielen einzelnen Zeichnungen und Entwürfen ein farbenfrohes Gemeinschaftsbild, das den Raum sichtbar verändert und den Familien ein Stück selbst gestaltete Umgebung schenkt.
Drei Wochenenden voll Kreativität: Dresden hautnah entdecken
An jedem Kurswochenende (jeweils von 9 bis 15 Uhr) lernten die Teilnehmenden zunächst Dresden aus einer neuen Perspektive kennen. Geschichten, Fotos und kleine Inputs zu bekannten Orten, Bauwerken und Ereignissen der Stadt bildeten den Ausgangspunkt. Die Kinder und Jugendlichen, die meist noch nicht lange in Dresden leben, setzten das Gehörte und Gesehene in eigenen Zeichnungen, Malereien und einfachen Druckgrafiken um – mit viel Freiheit für ihre individuelle Sicht auf die Stadt.
Gemeinsam das Wandbild bauen
Aus den zahlreichen Skizzen entwickelte die Gruppe gemeinsam Ideen für ein großes Wandmotiv. Schritt für Schritt entstand ein Entwurf, der typische Dresdner Ansichten mit den persönlichen Erfahrungen und Wünschen der Teilnehmenden verbindet. Anschließend wurde das Wandbild mit Acrylfarben direkt auf die Wand des Aufenthaltsraums übertragen, teilweise ergänzt durch aufgeklebte Bildausschnitte als Collage. So wurde aus vielen Einzelwerken ein gemeinsames, starkes Bild, an dem alle nach ihren Möglichkeiten mitarbeiten konnten.



© Janina Kracht (2025)
Was wir erreichen wollten
Zentrales Anliegen des Projekts war es, einen niedrigschwelligen Zugang zu Kultur und Stadtgeschichte zu schaffen und künstlerische Ausdrucksformen zu fördern. Die Kinder und Jugendlichen konnten Neues über ihre (noch) fremde Stadt erfahren, Erlebtes künstlerisch verarbeiten und zugleich Selbstwirksamkeit erleben: „Das ist unser Bild, unser Raum.“ Die kreativen Prozesse stärkten Fantasie, Konzentration und gemeinschaftliches Arbeiten.
Die beiden Kursleiterinnen
Geleitet wurden die Wochenendkurse von der bildenden Künstlerin Elena Pagel und der Kulturpädagogin Janina Kracht, die beide seit vielen Jahren in der kulturellen Bildung tätig sind. In einer wertschätzenden Atmosphäre begleiteten sie die Gruppe vom ersten Strich bis zum fertigen Wandbild.
Partner und nächster Schritt
Durch das Projekt wurde auch die Zusammenarbeit der beteiligten Partner vertieft: Die Kooperation zwischen der Cultus gGmbH Dresden, Kultur Aktiv e.V. und der Freien Akademie Kunst + Bau e.V. wurde im praktischen Tun gestärkt. Die positiven Erfahrungen, die Resonanz der Bewohner:innen und das sichtbare Ergebnis im Haus bilden eine gute Grundlage für weitere gemeinsame Vorhaben in der kulturellen Bildung mit geflüchteten Familien.



Kultur macht stark – Bilderwand
Geflüchtete Kinder und Jugendliche gestalten ein farbenfrohes Wandbild und entdecken dabei Dresdens Geschichte kreativ neu.
Zeitraum
02-05.2025
Projektbeteiligte
Janina Kracht, Elena Pagel
Projektträger
Freie Akademie Kunst + Bau e.V.
Kooperationspartner:innen
Kultur Aktiv e.V., Cultus gGmbH
Gefördert durch
Unter dem Titel „InterKulturMachtKunst – KunstMachtInterKultur“ fördert der Bundesverband Netzwerke von Migrant*innenorganisationen e.V. (BV NeMO) als Programmpartner des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Kunstprojekte lokaler Bündnisse, die von professionellen Bildenden Künstler:innen für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden, deren Bildungschancen eingeschränkt sind.

