Transkaukazja 2013 – Eva Harut (AM)

Eva Harut wurde 1978 in Gjumri (früher: Leninakan) in Armenien geboren. Sie hat die Staatsakademie der Bildenden Künste 2009 abgeschlossen. Seit 2003 sind ihre Kunstwerke in zahlreichen Solo- und Gruppenausstellungen sowohl in Armenien, als auch in Amerika und Europa vertreten. Bilder von Eva Harut befinden sich in privaten Sammlungen in den USA, in Deutschland, Russland, der Ukraine, Italien, Großbritannien etc. Nebenbei arbeitet sie auch als Journalistin.

“Hochzeit”

Im Rahmen dieses Projekts, das an der Grenze zwischen Deutschland, Polen und Tschechien stattfindet, und in Beachtung der Lage, dass mein Heimatland Armenien isoliert mit geschlossenen Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei dasteht, ebenso keinen freien Weg nach Europa hat, entwickelte ich das Projekt «Hochzeit». Eine Hochzeit zweier Bäume, von denen einer Europa und der andere Nicht-Europa darstellen soll. Die Bäume sind wie zu einer Hochzeit bekleidet und symbolisieren so Beziehungen, Möglichkeiten, Assoziationen. Sie sind Teil der Landschaft und erinnern daran, dass für die Menschen Freiheit sehr wichtig ist. Ich weise auch auf die Verbindung zwischen Frau und Mann hin, die den politischen Wunsch nach friedlichen Beziehungen prägt.

Eva Harut bei “Woman_looking from”

Eva Harut ist freie Künstlerin, Kuratorin, Kunstpädagogin und Journalistin. Seit 2011 macht Eva ihre Erforschungen als Journalistin und Künstlerin  zur Thema „Frauen Metamorphosen“. Ihre Zielgruppe: Frauen verschiedenen Alters und verschiedener Sozialgruppen, sowohl in der armenischen Provinz als auch in der Hauptstadt Jerewan.

Ganz offen redet sie über Probleme, die Frauen im Elternhaus betreffen, in den Beziehungen, bei Heirat und Familie und im Alter. Die meisten Frauen bestätigen, dass die fehlende Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann nach wie vor evident ist, besonders in der Provinz. So sind traditionelle Ansichten und Erwartungshaltungen bezüglich der Frau als ergebene Untertanin des Vaters, der Brüder und des Ehemannes weit verbreitet. Dies schränkt Frauen in der Erweiterung ihrer Möglichkeiten ein und unterstützt genderbasierte Diskriminierung bis hin zu Gewalt.

Als Ergebnis stellt die Künstlerin ihre Interview-Filme „Metamorphosen“ vor. Junge Frauen unterhalten sich über eine alte Tradition in der Gesellschaft, nämlich über die Erhaltung der Jungfräulichkeit vor der Ehe.

In Dresden hat Eva das Thema „Metamorphosen“ fortgesetzt. Durch Video-Interviews mit deutschen Frauen und Männern hat die Künstlerin neue Impressionen und Entdeckungen bekommen. Dieses Arbeitsmaterial (Video und Audio) hat Work-in-progress-Charakter und wird für kommende Filme verwendet. Fotoporträts und kurze Storys der Befragten wurden während der Ausstellung von „Woman_looking from“ gezeigt.

„Zufriedene Frau“, Grafik/Collagen, acht Blätter, 2013 Seit 2011 arbeitet die Künstlerin an der Serie «La Realtà» (dt. Wirklichkeit). Diese Serie präsentiert die Collagen, die ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken, im Wesentlichen als eine Frau in osteuropäischer Gesellschaft – dieses Mal jedoch mit ihren Gefühlen und Wahrnehmungen des Westens und ihrem Gesamteindruck nach der Kommunikationen mit deutschen Frauen.