Erzählcafé: Migration und Alltag in der DDR
Bautzner Straße 112a, 01099 Dresden, Deutschland
Eintritt bzw. Teilnahme kostenlos
Eintritt bzw. Teilnahme kostenlos
Đức-Việt. Deutsch‑vietnamesisches Leben in Sachsen – Zeitzeugen zwischen DDR, Wiedervereinigung und Gegenwart
Die DDR verstand sich offiziell als antirassistisch, dennoch sah der Alltag meist anders aus. Im Mittelpunkt des Erzählcafés stehen persönliche Perspektiven auf eine oft wenig sichtbare Geschichte: Migration in einem Staat, der sich selbst als internationalistisch verstand, zugleich aber klare politische und gesellschaftliche Grenzen setzte.
In der DDR lebten Vertragsarbeiter:innen aus Ländern wie Vietnam, Mosambik oder Angola sowie ausländische Studierende, die im Rahmen staatlicher Abkommen ins Land kamen. Ihr Aufenthalt war in vieler Hinsicht reglementiert – sozial, beruflich und privat. Kontakte zur Mehrheitsgesellschaft blieben oft begrenzt, ein dauerhaftes Bleiberecht war in der Regel nicht vorgesehen. Zugleich existierte ein offizieller Diskurs, der Rassismus als Problem des „Westens“ darstellte, während Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung im Alltag häufig unsichtbar blieben. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, wie staatliche Institutionen damit umgingen: Wie blickte das Ministerium für Staatssicherheit auf die „ausländischen Werktätigen“, und wie wurde rassistische Gewalt eingeordnet?
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden: einem Ort der Erinnerung, Bildung und Begegnung. Sie erinnert an die Opfer der politischen Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und DDR, dokumentiert deren Schicksale und macht sie der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich. Zudem bietet sie den Betroffenen Raum für Austausch und Begegnung. Darüber hinaus bietet die Gedenkstätte mit Bildungs-, Diskussions- und anderen Veranstaltungen sowie Ausstellungen die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit vielfältigen historischen und aktuellen Themen.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, durch die Ostsächsische Sparkasse Dresden und das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Rahmen des Förderprogramms »Wir für Sachsen«.



