„Unter:Druck” meets TrutnOFF Open Air Festival
Královédvorská 90, 541 01 Trutnov, Tschechische Republik
Festivalticket kaufen: festivaltrutnoff.cz
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Die Galerie nEUROPA geht erneut auf Tour. Kommt mit uns zum dritten Mal in Folge zum tschechischen Woodstock. Das TrutnOFF Open Air Festival findet vom 13. bis 16. August 2026 im Naturpark Bojiště in Trutnov am Fuße des Riesengebirges statt. Das älteste tschechische Rockfestival feiert in diesem Jahr sein 42-jähriges Bestehen.
Wir präsentieren die Ausstellung „Unter:Druck“. Vor Ort habt ihr die Gelegenheit, den nEUROPA-Kurator Jan Oelker zu treffen.
„Unter:Druck“ – Partys, Punk und Protest in Ostberlin
Der Begriff „Unter:Druck“ hat in der deutschen Sprache eine Doppelbedeutung. Zum einen bedeutet es „unter Druck“ bzw. „under pressure“ und zum anderen „Unterdruck“ bzw. „negative pressure“.
Der Druck, den das repressive System der DDR auf Kulturschaffende ausübte, setzte eine enorme Kreativität frei. Kunst entzog sich in Nischen der staatlichen Kontrolle und entlud ihre Energie in Wohnungen, auf privaten Grundstücken, in Kirchen oder in Kellern – dem wahren Untergrund.
In der späten DDR wurden Kunst- und Kulturschaffende immer rebellischer und testeten trotz drohender Repressalien permanent die Grenzen des Regimes aus. Am Prenzlauer Berg in Ost-Berlin entstand eine bunte Kunst- und Kulturszene, die von Musik und Literatur bis hin zu Bildender Kunst, Performance und Theater reichte. Es handelte sich dabei nicht um einen festen Kreis, sondern um lose Gruppen von Leuten, die sich dem offiziellen Kunstbetrieb entzogen und nichts mit ihm zu tun haben wollten. Sie machten einfach ihr eigenes Ding und nahmen sich die Freiheit, die ihnen der Staat weder geben wollte noch konnte. Ähnlich wie im Westteil der Stadt sprengten sie alle konventionellen Rahmen und schufen Kunst ohne Regeln auf der Höhe der Zeit, als gäbe es die Mauer nicht. In der Agonie des grauen, untergehenden Systems bildeten sie einen genial dilettantischen Gegenpol: schrill, bunt und laut.
Michael Biedowicz war damals als fotografischer Autodidakt Teil dieser Szene und mit Künstler:innen und Musiker:innen befreundet. Seine Fotos spiegeln das Lebensgefühl in den Nischen des Berliner Ostens wider. Sie entstanden bei Partys, Lesungen oder Punk-Konzerten, die den Nährboden für Protest und Gegenkultur boten. Und um im Bild zu bleiben: Unter dem Druck des Systems entstand ein Unterdruck – nicht nur in der Kunst –, der letztlich das System selbst implodieren ließ. Aus der „Dagegen“-Kultur wuchs in der Euphorie des Regimezerfalls eine ungeheure kreative Kraft zur Veränderung. Diese machte Berlin an der Schwelle der 1990er Jahre für kurze Zeit zur wohl spannendsten Stadt der Welt.
Fotos: Michael Biedowicz (DE)
Kuration: Jan Oelker (DE)
Ausstellungsbeitrag der Dresdner Galerie nEUROPA für das TrutnOFF Open Air Festival 2026
Das Projekt wird gefördert durch das Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes im Rahmen des Förderprogramms »Wir für Sachsen«.





