NETZ-WERK-ERINNERN

ARBEITSPROBE | Kultur Aktiv e.V.
Konzeption von Erzählcafé und Stadtrundgang am Beispiel von Veranstaltungen aus dem Projekt Treffpunkt ostZONE. Erinnern und gestalten (2021), weitere Details siehe Projektbroschüre

Erzählcafé | Stadtrundgang

ERZÄHLCAFÉ | ca. zwei-stündige Veranstaltung, ausgelegt für 10-15 Teilnehmer

In einem niedrigschwelligen Begegnungsformat kommen unterschiedliche Generationen zu einem thematischen Gespräch zusammen, um eigene Erfahrungen in historischen Kontext zu setzen, den Erinnerungen Anderer zuzuhören und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Gesprächsimpulse werden durch Zeitzeugen/Experten gesetzt. Moderation unterstützt alle Anwesenden in der gleichberechtigten Gesprächsführung. Die Veranstaltung wird in grafischer oder Textform dokumentiert. Dies dient als zusätzlicher Gesprächsimpuls während des Erzählcafés und kann als Reflexion der Veranstaltung für weitere Zwecke genutzt werden. Der Austausch stärkt das gegenseitige Verständnis, das Selbstwertgefühl und leistet durch Reflexion einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Interesse für weitere Veranstaltungsformate innerhalb des Vorhabens wird geweckt.

22.10.2021 – Marktcafé zum Thema „DDR-Kunst. Erinnern“

Die Künstlerin Janina Kracht – Tochter des Dresdner Grafikers und Bildhauers Friedrich Kracht – wirft einen Blick auf die Mitglieder der „Produktionsgenossenschaft der angewandten Künste in Dresden“, ihr Wirken in Dresden und kommt darüber mit den Teilnehmern ins Gespräch. Grafikerin Nadine Wölk erarbeitet parallel drei Illustrationen, die die Krachtsche Formensprache grafisch und formal fragmentieren. Die Anwesenden diskutieren über unterschiedliche Perspektiven und Wahrnehmungen von Kunst und Künstlern in der DDR.

Illustration: Nadine Wölk (2021)

STADTRUNDGANG | ca. zwei-stündige Veranstaltung, ausgelegt für 15-20 Teilnehmer

In einem gemeinsamen Rundgang wird Dresden/ein Stadtteil anhand versteckter oder neuer Erinnerungsorte erfahrbar: ausgesuchte Persönlichkeiten und Biografien, historische Hintergründe zu Orten und der Nutzung des öffentlichen Raums sowie Fragen des Zusammenlebens und Einfluss auf das gesellschaftliche Miteinander. Zwei Impulsgeber leiten den Rundgang an. Die Paare sind stets heterogen zusammengestellt, mindestens eine Person bringt eine migrantische Perspektive ein: unterschiedliche Altersgruppen, Herkünfte, Wohndauer, Engagement treffen aufeinander und lassen mit historischen und persönlichen Geschichten Erinnerungsorte und -praktiken aus neuen Blickwinkeln betrachten. Die Eindrücke können bei Bedarf in einem Erzählcafé vertieft werden. Durch das gemeinsame Erschließen des Stadtraums sollen Impulse zu Fragen des Zusammenlebens, dem historischen Gedenken oder zu Kunst im öffentlichen Raum gegeben werden.

22.10.2021 – Stadtteilspaziergang „Auf den Spuren von Kracht“
Route: Marienstraße, Prager Straße, Dr.-Külz-Ring, Altmarkt, Wilsdruffer Straße

Die Künstlerin Janina Kracht spürt den Spuren der DDR „Kunst am Bau“ im öffentlichen Raum nach. Neben Skulpturen, Brunnen, Glasgestaltungen und dekorativen Bauelementen war z.B. das Wandbild eine zentrale Kunstform, um inhaltliche Botschaften zu vermitteln. Der Rundgang durch die Dresdner Altstadt fragt nach Gestaltungs- und Gesellschaftsparadigmen der Entstehungszeit, Kontinuitäten und Brüchen in ihrer Sichtbarkeit und Wahrnehmung. In einem anschließenden Workshop wird die Krachtsche Formensprache vertieft.

Fotos: Elena Pagel (2021)