Galerie nEUROPA – virtuelle Ausstellung Belarus.Protest.Kultur

Maryja Kalesnikawa (auf dem Foto zu sehen) ist eine der letzten politischen Gegenspielerinnen zum belarusichen Präsidenten Lukaschenka, die sich weiterhin im Land aufhalten. Wie viele einfache Protestierende und Oppositionelle, haben auch die Präsidentschaftskandidatin Swjatlana Zichanouskaja und die dritte Frau im Wahlkampfgespann Weranika Zapkala Belarus mittlerweile verlassen müssen. Entweder haben sie dies zum eigenen Schutz oder zum Schutz der Kinder getan oder sie wurden massiv bedroht. Die Situation für die Mitglieder des Koordinierungsrat ist vergleichbar: Alle sind ins Ausland geflohen oder inhaftiert. Der Rat wurde durch Zichanouskaja ins Leben gerufen, um eine friedliche Übergabe der Macht vorzubereiten. Ihm gehören unter anderem die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch und der ehemaliger Kulturminister Pawel Latuschka an. Aktuell ist der Rat kaum noch von Bedeutung.

Maryja Kalesnikawa hatte sich ganz bewusst entschieden in Belarus zu verbleiben, um vor Ort aktiv bleiben zu können. Anfang September 2020 wurde sie von vermummten Männern verschleppt. Später mutmaßlich der Versuch unternommen sie gegen ihren Willen außer Landes zu bringen. Doch Kalesnikawa wusste es zu verhindern. Sie zerriss ihren Pass an der belarusisch-ukrainischen Grenze, wohin sie gebracht worden war. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft und wurde wegen Gefährdung der staatlichen Sicherheit angeklagt.

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