Galerie nEUROPA – virtuelle Ausstellung Belarus.Protest.Kultur

Im Vergleich zu anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, ging es den Belarus:innen wirtschaftlich lange ausgesprochen gut. Die Wirtschaft beruhte insbesondere auf drei Säulen: den Staatskonzernen, der aufstrebenden IT-Branche und breiter Unterstützung durch Russland mit Krediten und Rohstofflieferungen unter Weltmarktpreisen. Diese wirtschaftliche Stabilität war lange auch ein Garant für eine hohe Unterstützung Lukaschenkas in der Bevölkerung.

Im Rahmen der Proteste kamen alle drei Säulen ins Wanken. Die großen Staatbetriebe wurden gezielt bestreikt. Das Risiko die gut bezahlten Jobs zu verlieren, nahmen viele in Kauf. Ein Unterstützerfond für Personen, die ihre Arbeit verloren haben, wurde insbesondere durch die ausländische Diaspora finanziert. Die Wirkung war aber nicht so stark, wie durch die Protestierenden erhofft.

Dem IT-Sektor waren bisher große Freiräume eingeräumt worden. Viele namhafte internationale IT-Unternehmen haben einen Ableger in Belarus. Die belarusischen Programmierer gelten als gut ausgebildet. Doch sind IT-Unternehmen sehr flexibel bei der Standortverlagerung. Die Nachbarländer Polen, Litauen, Lettland und Ukraine legten deshalb recht schnell spezielle Programme auf, um eine Übersiedlung einzelner Unternehmen in ihr Land zu erreichen.

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